Der freie Markt

"Wir müssen hier erstmal über Begrifflichkeiten reden", sagt das Känguru. "Zum Beispiel ist der sogennante "freie Markt" natürlich kein freier Markt. All’ die Liberalen und Neoliberalen Wirtschaftsfuzzis, Vorstandssprecher und Bankpräsidenten, die sich jeder staatlichen Regulierungen und Eingriffe in den sogenannten "freien Markt" verbitten als so oft unter Postelierung seiner angeblichen Gott bzw. Naturgegebenheit, übersehen dabei geflissentlich all die staatlichen Regulierungen und Eingriffe ohne welcher dieser "freie Markt" gar nicht existieren könnte."

"Ganz grundlegendes Beispiel: Dass du etwas anbieten kannst ohne das ich es dir einfach wegnehmen darf, das ist eine von Menschen erdachte Regulierung, die zudem nur ihre Macht durch die Androhung eines staatlichen Eingriffes ihre Macht erhält.

Siehst du das ein?” “Ja”, sagt der Mann hinter dem Obst- und Gemüsestand.

"Gut", sagt das Känguru.

"Das ist ein ganz wichtiger Schritt. Du hast erkannt, dass das Wirtschaftssystem keine Naturgewalt ist, sondern durch Menschen entstanden, also auch von Menschen wieder verändert werden kann." - "Na klar", sagt der Mann.

"Der freie Markt ist also keineswegs frei.", sagt das Känguru, "Wenn die Mächtigen vom "frei sein" reden, weißt du was sie dann meinen?" - "Was?", fragt der Mann. "Sie wollen frei sein von jeglicher Verantwortung." "Gut gesagt", sagt der Mann.

"Werden wir noch grundlegender. Was ist der Sinn des Wirtschaftens? Wozu brauchen wir ein Wirtschaftssystem? Wie würde man ein gutes Wirtschaftssystem definieren? Folgender Vorschlag: Ein gutes Wirtschaftssystem hat dafür Sorge zu tragen, dass mindestens im nötigen Umfang nützliche, angenehme, ja auch schlicht schöne oder leckere Güter produziert und gerecht verteilt werden. Bist du damit einverstanden?" "Klingt vernünftig", sagt der Mann.

"Wenn man aber erstmal diese Definition akzeptiert hat, muss man doch zugeben, dass der Kapitalismus vor diesen Anforderungen völig versagt. Nicht nur, dass hauptsächlich nutzlose, unangenehme, hässliche und ekelhafte Güter produziert werden, diese werden auch noch extrem ungerecht verteilt. Bist du meiner Meinung?" - "Ja", sagt der Mann.

"Du siehst also ein", sagt der Känguru, "dass die Regeln gemacht und nicht gegeben sind. Du siehst auch, dass die aktuellen Regeln schlecht und unfair sind?" "Ja", sagt der Mann.

"Also frage ich dich, wenn jemand kommt und diese Regeln ändern möchte, wärst du dabei?" "Ich wäre dabei!" "Gibst du mir jetzt also diesen Pfirsich?" "Für umsonst?" "Ja!" - "Nein"

"Also gut; nochmal von vorne."

marc uwe kling känguru der freie markt

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Als allerlei algerische Allergiker allerlei allergische Algerier alamierten, alamierten allerlei allergische Algerier allerlei algerlische Allergiker.

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Das Känguru-Manifest, Marc-Uwe Kling

(via darthsmaug)
"Schon mal darüber nachgedacht, dass es von uninformiert kein langer Weg zu uniformiert ist?"
- Das Känguruh Manifest: Guten Tag, Kollege! von Marc-Uwe Kling (via ilostmyheartatsea)